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01/11/2009 Ich fuhr nicht hin, zum Klassentreffen,
- und heute find ich’s schade. Es war der schnöde Mammon, der mich abhielt. Plötzlich – kurz vor meiner Abreise nach Halle an der Saale, zum Treffen Ehemaliger – betraten Kunden unseren Laden und das innere Signalsystem gab mir ein gutes Geschäft vor. Gier hielt mich also ab, Freunde zu sehen. Wie unchristlich von mir, stelle ich heute fest. Und so sitze ich und denke auch: Ach, wäre es schön, wenn ich mich gestern hätte zeigen können. So schlank wie ich geworden bin, die Anzugtaschen gepolstert mit jenen Visitenkarten, die DAS neue Geschäft verheißen. Alle anderen von damals glücklichmachend:
Aber ich war nicht da. So konnte ich niemanden auf den Keks gehen. 31/10/2009 Das Klassentreffen ist ein wichtiges Ritual für alternde Menschen
Wobei ich mich nicht ausschließe. Auch wir treffen uns und ich denke: Komisch. Unmittelbar nach der Schule hatten wir uns nicht mehr füreinander interessiert. Auch später, während des Studiums, nicht. Und in den ersten Jahren des Berufslebens waren wir uns ebenfalls egal. Nun aber, da alles gelaufen scheint, fängt Mensch an, in Erinnerungen zu stochern und sich selbst darzustellen. Seht, was aus mir geworden ist! Und entweder bei diesem Treffen schon, spätestens aber beim nächsten, werden wir uns gegenseitig Enkelkinderbilder zeigen. Aber ich gehe gern hin. Gebichzu. Solche Gespräche liefern die beste Vorlage zu einer Retrospekive in eine teilweise vergessene Zeit. Heute will ich gut vorbereitet sein, stecke mir daher die obligatorischen Fotos ein: Die Plattenbauwohnung, der Gebrauchtwagen, die Spülmaschine… ...und sicherheitshalber trainiere ich auch das Fotos-auf-den-Tisch-bumsen. 30/10/2009 Einmal – aller zehn Jahre – sollte man sich untersuchen lassen
Es könnte schließlich sein, dass eine versteckte Krankheit nagt. Normalerweise würde ich einfach so zum Arzt gehen, aber Frauen wissen so etwas besser. Irgendein Arzt kommt nie und nimmer in die Wiedervorlage – es sollte stets der beste sein. Und so testete die Community bereits diverse Praxen. Weshalb auch für uns nur der Jenige (ich mache den Gag immer wieder gern) in Frage kommt, den alle Frauen gemeinsam gut finden. Unklar sind allerdings die Parameter der slawischen Feldstudie, aber wer keine Alternative hat oder diese nicht zu begründen weiß, hat sich zu fügen.
So lautet innerfamiliäre Order und wieder einmal entdecke ich, dass sich nach einigen Jahren Ehe ein Kommunikationssystem entwickelt, dass Außenstehenden nicht oder nur mit unendlich vielen Worten zu vermitteln ist. Vor allem dann, wenn Außenstehende Deutsche sind.
Ich weiß: Sie will in die Berliner Straße.
*Da fällt mir doch ein Stierlitz-Witz ein:
22/10/2009 Wir Menschen reden selten über den Alltag
Der wird stets nach oben oder unten abgerundet. Normalität – so glauben wir – bedarf keiner Worte. Wobei ich mich nicht ausschließe. Man schreibt viel lieber über Sonderheiten - “Schaut die Lilien!” – so sind wir es gewohnt. Und so hört unsere kleine Familie hin und wieder, zugetragen von Engelszungen, die wundersamen Geschichten vom Grund zu denken, dass der Solch ein Erzählwerk kann sogar funktionieren. So lange sich die jeweiligen Rezipienten ihr normales Bezugssystem bewahren.
Stimmt. Hiermit hat meine kluge Frau recht. Und mir sollte es schnurzpiepegal sein. 21/10/2009 Bitte nach Stahnsdorf, in die Bergstraße -
- so die exakte Order an den Taxifahrer. Wie fahren los.
Nee. Habichnich. Brauchen wir auch nicht. Ich will in die Werkstatt und sonderlich viele Werkstätten gibt es nicht in der Bergstraße. Zumindest nicht in der Stahnsdorfer Bergstraße. Erst jetzt bemerke ich, dass der Chauffeur am Navi hantiert. Komisch. Bisher hielt ich die Deutschen immer für ein Volk, dessen wesentliches Charakteristikum darin besteht, anderen den Weg weisen zu wollen. Nun stoße ich auf das Gegenstück: Einen Menschen, der sich offenbar gern den Weg weisen lässt. Sogar doppelt: Vom Navi und von mir. Wir gelangen zur Kreuzung, Abzweig Bergstraße. “Nun bitte bis zum Ende der Straße”, sage ich - “sie haben ihr Ziel erreicht”, sagt das Navi. “Das ist, weil wir keine Hausnummer eingegeben haben”, sagt der Taxifahrer. Aha! 20/10/2009 Das Auto ist in der Werkstatt
Ich fahre S-Bahn. Mir gegenüber sitzt ein Handyman, tippt ungeniert eine Nummer ein und bölkt durch den Waggon: “Hallo! - Störe ich etwa?” Es nicht nur so, dass du störst, verfluchtes PIEPloch, - - du nervst gewaltig! * * * Ach übrigens: Centre ist neudeutsch und soll offenbar einen Komplex diverser Läden mit Einkaufsmöglichkeit beschreiben. Am Berliner Alexanderplatz gibt es sogar ein "WC-Centre". Das finde ich lustig und ich hätte es wohl autofahrend nie bemerkt. Die wahren Jokes liegen wirklich auf der Straße. 19/10/2009 Es gab unlängst Zeiten, da das Wochenende am Freitag begann
“Freitag nach Eins macht jeder seins.” Nun aber kümmern wir uns auch an den Sonnabenden um Kunden, kommen groggy nach Hause und vertrödeln den Sonntag mit jenen Hausarbeiten, die im früheren Leben bereits am Freitag erledigt waren. Dazu Hund und Park – und das war es auch schon. Immer-immer wieder erinnere ich mich in diesen Zeiten an Bölls Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral:
Ach ja - ich hätte schon nicht übel Lust, wieder einmal zu lesen. Aber alle Schrift verwandelt sich neuerdings in Gedanken um irgendwelche Deckungsbeitragsrechnungen, garniert mit Sorgen. Ich schlage eine Seite auf, lese sie und folgenden Seiten auch… …und weiß hinterher nicht mehr, was ich – eigentlich - gelesen habe. 17/10/2009 Die Rechten brachten ihre Wahlplakate mit einem Kran an
Weil deren Botschaften immer wieder abgerissen werden. Zumindest in unserem Kiez. Da die jüngste Brandenburger Wahl für die Rechten mit einem Desaster endete, scheint kein Geld für Kräne vorhanden. Zumindest die DVU-Botschaften blieben hängen. Hoch oben. Auf Höhe der Straßenleuchten. Das bürgerliche Lager Potsdams entscheidet sich eher für Linke und SPD, als für NPD, DVU oder sonstige faschistoide Gruppierung. Und noch deutlicher ist die politische Kiezkultur: Gäbe es in Potsdam, Am Stern, ein lokales Parlament, würde - möglicherweise - sogar die mittige CDU an der Dreiprozenthürde scheitern. Linke haben sich hierzulande etabliert, wie die CSU in Bayern. Je länger die DVU-Plakate hängen (Kann man der DVU wirklich nicht mit Kränen helfen?), desto unsinniger werden die Texte. Zumindest in der Wahrnehmung. “Der Osten wählt deutsch” hängt beispielsweise in der Albert-Einstein-Straße (Ausgerechnet dort!). Was nach den Regeln der deutschen Sprache eine Feststellung ist. Und nach den Logik-Regeln ist es Blödsinn. Warum sollten auch Chinesen oder Japaner “deutsch” wählen? Nähme man Europa als Bezugssystem, hat man dessen geografischen Mittelpunkt in den Karpaten, in der Westukraine. Europas Osten liegt östlich davon, hinter dem Sbrutsch, in der Ukraine (und|oder) in Russland. Und dort soll man “deutsch” wählen? Wenn ja, was überhaupt: Bockwurst und Eisbein? Und nehmen wir einmal an, dass es für Deutschland gilt - wen oder was wählt dann der Westen? “Deutsch” sicher nicht, denn "deutsch" ist nach hängender DVU-Information bereits vergeben. Für den Osten. Doch es ist nicht alles schlecht an der DVU ---> Die DVU-Plakatfrau ist hübsch. Sehr hübsch sogar. Was allerdings nicht viel mehr beweist, als dass es unter Hübschen auch Doofe gibt... ...oder unter Doofen Hübsche. 15/10/2009 Irgendwann ist man 50 Jahre alt
…und man kann – so scheint es – das Alter auf der Waage messen. Plötzlich passen die Anzüge nicht mehr und man beschließt abzunehmen. Mit Erfolg entsteht das Abnehmparadoxon: Erst nimmt man ab, weil die Klamotten nicht mehr passen, dann passen die Klamotten nicht mehr, weil man abgenommen hat. Die alten Hosen verwandeln ihren Träger in ein Känguru – da wo einst Bauch, klafft nun eine große Lücke. Es sind heute 79,4 Kilo – das Gewicht nach Beendigung des Studiums. Damals. 1984. * Ich habe noch einmal überlegt: Vielleicht sind die "79,4 Kilo bei Beendigung des Studiums" (retrospektiv betrachtet) erwünschte Legende. Es muss damals weniger gewesen sein, aber so genau lässt sich leider nur fixiertes Gewicht bestimmen. Es waren nach einigen Unterlagen 66,7 Kilo bei der Musterung zur NVA 1975 und 69,2 Kilo bei Entlassung (EK 79/I). Und ich fand noch den Gesundheitstest zum Bootsführerschein - 81 Kilo glatt - und diesen Schein machte ich 1994. Also liegt mein heutiges Gewicht zwischen 1979 und 1995, irgendwie dazwischen. Genauer wird es, wenn man in Buttereinheiten umrechnet. Ein Stück Butter = 250 Gramm. 56 Stück Butter bin ich los. 07/10/2009 Irgendwo im Haus schlägt regelmäßig ein Regulator
Das ist eine alte Wanduhr mit Pendel und (Feder|Gewichtsantrieb). Meist befinden sie sich in hochrechteckigen, dreiseitig verglasten und verschnörkelten Gehäusen im Gründerjahrestil. Auch meine Großeltern hatten solche Uhr – sie wurden gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in großer Zahl hergestellt. Wenn der Regulator in der unbekannten Wohnung unseres Hauses morgens schlägt und es ist ansonsten Ruhe im Block, erinnere ich mich an Sequenzen aus meiner Kindheit. Seinerzeit schlief ich bei Übernachtungsbesuchen in jenem Wohnzimmer der großelterlichen Wohnung, zu dessen Mobiliar auch ein Regulator gehörte. Früh und abends jeweils 6:00 Uhr und tagsüber 12:00 Uhr schlug er – und dann noch einmal um Mitternacht. Wovon ich stets wach wurde und es mich gruselte. Bumm-bumm-bumm macht heute die Uhr. Weit entfernt. Es sind dunkle Töne. Angenehm. Vor meinem Auge bauen sich Bilder auf: Ich sehe das Wohnzimmer von damals. Hier stand der Tisch, dort das Klavier, an der Wand dar Bücherschrank mit Schmökern aus der Zeit der Neuen Sachlichkeit. Ach ja, … Jedenfalls geht der unbekannte Regulator 7 Minuten vor. Und ich weiß nicht, wo ich reklamieren kann. 04/10/2009 Er hat einen Sieg vorausgesagt
Hertha wird gegen den HSV gewinnen. Weil – so erfahre ich - jede Serie einmal bricht. Immer nur verlieren funktioniere nie. Darüber hinaus sitzt bei Hertha der neue Trainer auf der Bank. So etwas motiviert Spieler. Immer. Im Übrigen hatte er zuvor auch auf das Unentschieden der Bayern gegen Köln getippt, wenngleich nicht als 0:0 sondern als 1:1 – aber immerhin. Unentschieden bleibt Unentschieden. Weil sich – lerne ich - Favoriten nicht immer durchsetzen können. Somit war ihm das Unentschieden Bochum-Wolfsburg ebenfalls klar. Dementsprechend habe er auch den Tippschein ausgefüllt. Am großen Gewinn fehlt jetzt nur noch eine Niederlage des HSV. ---------- 18:14 Uhr am 4.10.2009: Es steht 1:3, Hamburg führt. Ein Hertha-Eigentor und 2 Gurken... 03/10/2009 Vieleicht sollte man Hertha in den Arm nehmen
…und a bissel drücken. Immerhin versuchen sie stets zu gewinnen, fahren aber dennoch eine Niederlage nach der anderen ein. Sie sind wie kleine Legastheniker, die sich anstrengen, Diktate zu schreiben. Denen aller Anstrengung zum Trotz immer nur schlechte Noten geraten. Die Herthaner – so scheint es daher - brauchen dringend Trost. Ändern kann man vorerst nichts. Die guten Spieler sind bereits verkauft, die schlechten haben Verträge. Doch der Vorstand bleibt im Recht, alle anderen sind im Unrecht. Fast kommt es mir vor, als schriebe ich über die SPD. Plötzlich bin ich mit Tempo 130 zufrieden
Entdecke Langsamkeit als ästhetische Kategorie. YES!
Es ist wirklich wunder-wunder-schön!
Das geht so bis zu den Baustellen. Hier schiebt sich die blöde Kuh vor mir in die linke Spur, traut sich aber nicht an den LKWs vorbei. Es sind oft Mücken, die den Sommertag verderben. 01/10/2009 Es sind alles meine Fehler
Ich bin der DAU! Jedes Kind weiß doch heutzutage, dass man für die Very High Speed Digital Subscriber Line neben einem neuen Speedport auch einen VDSL-fähigen Splitter benötigt, beziehungsweise dass der normale DSL-Splitter für das W722V nicht die erforderlichen Datenmengen liefert! Und dass man bei den Speedports ab 722 aufwärts, sie zu aktivieren, nicht mehr die “0000” eingibt, ist ebenfalls Vorschulwissen….
Im Übrigen habe ich nun sogar drei Speedports: Das alte noch, welches immer gut funktionierte, und zwei niegel-nagel-neue W722V. Ach den zugehörigen VDSL-Splitter besorgte ich mir bereits. Und bin auch wieder online. *Jubel!* Seit Kurzem – nach vier Tagen Ruhe (Danke dafür, liebe Telekom!) – funktionierte auch das T-Elefon wieder. Das richtige Festnetz! Nun kann ich wieder angerufen werden. Ach, und das TV-Programm sollen wir – sagte man mir – bereits ab 9.Oktober 2009 wieder empfangen können. (WOW!) Alles andere zum Thema, vielleicht sogar das Thema selbst, ist langweilig. 29/09/2009 Das T-Home-Kundendienst-Navigationssystem ist gut geeignet, einem Hypotonikern auf die Beine zu helfen
Jeder Blutdruck zu steigt unweigerlich.
28/09/2009 Bin abgeschaltet
Seit Freitag bereits. T-Home nutzt für VDSL - so steht es geschrieben - ausschließlich Profil 17a. Und in Abhängigkeit von der zu erzielenden Geschwindigkeit beträgt die maximale Distanz zwischen DSLAM und Anschluss etwa 550 bis 850 m. Mir wurden im VDSL2-Netz ein Anschluss mit asymmetrischen Übertragungsgeschwindigkeiten von 25/5 Mbit/s sowie 50/10 Mbit/s (Downstream/Upstream) angeboten...
Doch heute - von 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr - soll der Schaden behoben sein. 24/09/2009 Boah – was für ein Programm
Derzeit bin ich nur unterwegs. Rundumdieuhr. Ich habe kaum Zeit für irgendwas anderes, als fürs Geschäft. Notiere beiläufig: Vor der anstehenden Wahl platzieren Grüne ein Plakat “Autobahnausbau stoppen!” in der Nähe vom Treptower Park und zwar genau dort, wo sich regelmäßig großer Stau bildet, weil eben jene Autobahn nicht weiter ausgebaut ist. Wer sich wirklich ernsthaft bemüht, nicht gewählt werden zu wollen, sollte seine Plakate genau so positionieren. Man könnte noch einen drauf geben:
Oder – vielleicht – hofft man bei den Grünen auf den Monty-Python-Effekt. Brian wollte schließlich auch nicht Messias sein. Wir erinnern uns: Um am belebten Marktplatz dem römischen Suchtrupp nicht aufzufallen, muss er in die Rolle eines der Propheten schlüpfen. Sein unbeholfenes Gestotter gibt den wenigen Zuhörern Rätsel auf, und tatsächlich hat er bald eine große Gefolgschaft hinter sich, die sich von ihm Antworten auf alle Fragen des Lebens erhofft. Schaut die Lilien! 23/09/2009 Wenn es einmal gut zu laufen scheint, wirkt alles viel heller
Man bemerkt – plötzlich - Blumen. Sie sehen noch gut aus, in der Vase, auf dem Tisch. Doch gekauft waren sie bereits vor Wochen, anlässlich ihrer Ankunft in Berlin. Und zweitens: Mein Körper schwebt mit seinen abgenommenen 11 Kilo! (Man ahnt, dass es nervt, wenn jemand abnimmt und ständig darüber schreibt – aber so sind nun einmal im Augenblick die Themen). Vom Fels in der Brandung zur Pusteblume – was für eine Und drittens: Ich notiere nun die neue Vokabel "netzwertig", von irgendwoher. Man kann sie vielleicht noch einmal gebrauchen. Dann fällt mir noch ein: Erneut geriet mir ein Buch in die Hand – “Ein Tag im Jahr” von Christa Wolf.
Der nächste 27. September ist am Sonntag. Deutschland wählt. “Vielleicht sollte ich auch?”, denke ich kurz, verwerfe den Gedanken aber rasch. Es wird also nichts dergleichen geschehen. Aus Respekt. An Christa Wolfs Ausdruck und Darstellungsvermögen ist nicht ranzukommen.
NB: Wie bekommen erstmals Übernachtungsbesuch aus Polen. Aber der Gast will lieber in einem Hotel schlafen. Er ist Pole. 30/08/2009 Die große Einkaufstasche ließ sie einfach im Hausflur stehen
Voll bepackt mit Lebensmitteln. Wahrscheinlich ahnte sie, dass ich kurz nach ihr kommen werde und überließ mir die Tasche für die Treppe. Mit Recht übrigens, denn die Tasche ist wirklich sauschwer (Inhalt: Konservendosen und Gläser, Material für Salate - Ein Freund kommt uns demnächst besuchen), doch für einen Mann natürlich kein Hindernis. Kurz angepackt und Tasche hochgehievt: Kein Problem (Bin ja noch jung). Sie ist nicht zu Hause. Nur der Hund ist da. Grüßt schwanzwedelnd und muss gassi - das spüre ich. Also wackeln wir los. Schönes Wetter in Potsdam. Wir, Hund und ich, dehnen daher freiwillig unseren Spaziergang aus. Bis zum Baggersee. Zu den anderen Hunden. In Asterix’ Paradies. Hier kann er toben. Und irgendwie vergeht Zeit: Viel Zeit. Das Wetter – ich wiederhole mich gern – ist heute sehr-sehr angenehm. Als plötzlich Vögel anfangen zu zwitschern, weiß ich: Das ist das Handy. Und es ist ihr Anruf. Sie ist inzwischen zu Hause angekommen, war zuvor bei einer Freundin, besprach mit ihr dieses und jenes… Das ist die Stelle, an der man solches Posting abkürzen sollte, denn nur ihre letzte Frage liefert die Pointe: “Was ist das eigentlich für eine Tasche, die du in die Küche gestellt hast?” 19/08/2009 Es ist wohl die große Liebe
Glaubt er. Er würde alles für einen Erfolg tun. Sogar an ihren Urlaubsort reiste er ihr nach, um an der Rezeption ihres Hotels Blumen und Sekt abzugeben. Woraufhin sie artig ihren Dank simste. Aber zu einem Treffen könne es nicht kommen, sie sei zu sehr in ein Programm eingebunden. Was er nun noch Weiteres tun könne, werde ich gefragt. Puschkin fällt mir hierauf ein. Spontan.
Was aber wörtlich übersetzt im Deutschen nicht unbedingt gleichen Sinn ergibt. Vielleicht aber so umschrieben: “Je weniger ein Mann klammert, desto interessanter wird er für die Frau”. Ich spreche diesen Gedanken nicht aus. Statt dessen versuche ich ein Bezugssystem herzustellen. Frage ihn, welche Bücher sie mag, welche Filme, welches Theater. Doch so genau weiß er das nicht. Nur so viel: Sie isses und wenn es klappen würde, wäre es größtes Glück! Wenn es nicht gleich funkt, doziere ich nun, wird es kompliziert. Man brauche schließlich etwas Kenntnis vom Soziotop, in welchem sich die Angebetete befindet. Und: “Sag mir, wer die Freundin ist, und ich ahne vielleicht jetzt schon, was dir später einmal alles passieren kann”, denke ich dabei heimlich und – zugegeben - etwas schnodderig. Laut aber sage ich:
Und ich schlage vor:
So also, geht die Lehrstunde weiter. In jenem Stil. Dabei denke ich: “Ich bin froh, dass das Kuddelmuddel meines Lebens vorbei ist.” |
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